Kater Zoe 1

 

Hallo,

darf ich mich vorstellen. Ich bin Zoe, gemeine Hauskatze. Keine Angst, das heisst nicht, dass ich gemein bin, sondern allgemein verbreitet oder bekannt.

Ich bin siebzehn Jahre alt und hoffe, dass ich älter werde, als die älteste Hauskatze der Welt. Die hieß Towser. Er lebte in Schottland und ist vierundzwanzig Jahre alt geworden. Das sind ungefähr einhundertachtundvierzig Menschenjahre.

Ich möchte Dir hier meine Geschichte erzählen.

Als ich etwa sechs Wochen alt war, bin ich von meiner Katzenfamilie weggelaufen. Ich hatte mich verirrt und nicht wieder nach Hause gefunden. Als ich schon ganz hungrig und verzweifelt war, sah ich ein junges Menschenpärchen auf Ihren Fahrrädern auf mich zu kommen. Ich wusste, das sind die Richtigen. Also sprang ich mitten auf den Weg, der jungen Frau geradewegs vor den Fahrradreifen. Sie musste eine Vollbremsung machen. Das war ziemlich knapp. Dann ist sie vom Rad gestiegen, hat sich umgesehen, ob Sie irgendwo andere Katzen sieht. Sie wusste nämlich, dass man Katzenbabies nicht einfach anfassen darf. Dann riechen wir nicht mehr gut für unsere Mamas und sie lassen uns nicht mehr bei sich trinken.

Die junge Frau konnte keine Katze sehen oder nach mir rufen hören. Darum fragte sie mich: „Was machst Du denn hier so allein? Hast Du Deine Mama verloren?“

Ich blickte sie nur mit großen traurigen Augen an. Ich glaube da hat sie sich in mich verliebt.

Die junge Frau und der junge Mann haben sich beraten und beschlossen mich mit nach Hause zu nehmen. Ich nenne sie ab jetzt Frauchen und Herrchen.

Weil Sonntag war, konnten mir Frauchen und Herrchen kein richtiges Katzenessen kaufen, aber da Frauchen wusste, dass Katzen von Kuhmilch Durchfall bekommen, haben Sie an einer Tankstelle Kaffeesahne für mich gekauft.

In meinem neuen zu Hause angekommen, haben Sie mir Kaffeesahne auf eine kleine Untertasse gegossen. Leider wusste ich nicht was das soll. Darum hat Frauchen ihren Finger hinein getunkt und die Sahne an meine Nase geschmiert. Ich war empört uns habe das gleich mit meiner Zunge weggeputzt. So habe ich gelernt, dass das schmeckt und habe angefangen, die Sahne vom Teller zu lecken. Das ging total super, weil meine Zunge sehr rau ist. Daher bleibt die Flüssigkeit daran hängen.

Ich habe den ganzen Nachmittag mit Frauchen gespielt und gekuschelt.

Herrchen und Frauchen wollten schlafen gehen und Herrchen erinnerte Frauchen nochmal an ihre Abmachung.

Ich dürfte nicht im Bett schlafen, das war Herrchens Bedingung dafür, dass Frauchen mich mitnehmen durfte.

So baute sie mir ein kuscheliges Nest aus einem alten Pullover. Das legte sie neben sich vor das Bett und mich darauf.

Sie hat mich zwar gestreichelt, aber ich war sehr einsam und wollte näher an sie heran. Darum habe ich mich am Stoffbezug des Bettes hochgehangelt und wurde prompt am Schlawittchen gepackt wieder hinuntergesetzt. Also bin ich wieder hoch und wurde wieder hinunter gesetzt.

Dieses Spiel haben Frauchen und ich etwa drei Stunden lang gemacht. Dann war sie so müde, dass sie Herrchen erklärte, wenn er mich nicht im Bett haben wolle, müsste er mich selbst hinaus setzten.

Seither konnte ich friedlich bei meinem Frauchen schlafen.

Author

diana.schloessin@schoenschrift-verlag.de

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