KaterZoe 6

Als Frauchen wieder schwanger war, sind wir erneut umgezogen. Ja, das eine Mal habe ich unterschlagen, aber es war auch nicht so aufregend. Doch diesmal sind wir in einem Mehrfamilienhaus mit Garten gelandet und ich durfte raus und rein, wie ich wollte. Das war schön. Ich habe viele Tage in der Sonne gelegen und es mir einfach gut gehen lassen. Auch Mäuse konnte ich da jeden Tag jagen. Ich habe sie Frauchen als besonderes Geschenk vor die Tür gelegt. Sie hat mich jedes Mal ganz wunderbar gelobt, weil sie wusste, dass das der gröte Liebesbeweis ist, den man von einer Katze bekommen kann. Da hatte ich gleich noch mehr Lust auf Jagd zu gehen. Die Zeit verging und ich bekam eine kleine Schwester und noch einen kleinen Bruder. Im Geschwister bekommen war ich inzwischen ein alter Hase und fand es auch nicht mehr besonders aufregend.

Sie wissen, wie weit sie gehen können und dass sie mich besser nicht anfassen, wenn ich meine Ohren nach hinten stelle und fauche. Wenn sie weinten, bin ich immer gucken gegangen und als sie größer waren, haben sie mit mir gespielt indem sie ein Wollknäuel hinter sich her zogen. Da habe ich mich ganz wild draufgestürzt.

Nach einiger Zeit sind wir nach Rüthnick umgezogen. Vielleicht denkt ihr jetzt, dass Katzen das gar nicht mögen, wenn man umzieht. Aber ich war mehr auf meine Familie fixiert, als auf einen Ort. Außerdem hat mich das fit gehalten immer wieder eine neue Umgebung zu erkunden. Rüthnick ist ein Dorf. Dort gab es Felder und Kühe und Hühner und meine Familie hat gedacht, dass ich noch ein Geschwisterchen vertragen könnte. Diesmal war es kein Mensch, sondern ein junger Collie. Er hieß Alvi und war furchtbar wild. Am liebsten wollte er mit allen spielen. Aber darauf hatte ich keine Lust. Wann immer er angerannt kam, habe ich schnellstens das Weite gesucht. Er hatte auch ein Spiel mit meinem jüngsten Menschenbruder. Immer wenn ein Traktor an unserem Grundstück vorbei kam, sind sie wie angestochen zum Zaun gerannt. Warum ihnen das so großen Spaß gemacht hat, kann ich euch nicht sagen, aber die Beiden sahen sehr glücklich dabei aus. Davon abgesehen fand ich Alvi sehr sonderbar, weil er sein Fell nicht alleine sauber hielt. Andauernd musste er gekämmt werden. Dann hat er alles gefressen, was er unter die Schnauze bekommen hat. Zugegeben, ich bin auch nicht der Wählerischste. Ich esse schonmal ein bisschen Pizza, Chips und Pommes und ich habe eine Schwäche für Quark. Aber Alvi hat sich durch das Blech mit rohem Pflaumenhefekuchen gefressen. Brrr. Das war ziemlich eklig.

 

kitten-1647036_1920-pixabay